HEINZ IM SINN & THE GETEILTDURCHS

STILL, RUTH, DER SEE!

Buch statt Bühne. Im GRAVUR Verlag erscheint ein besonders illustrer Band, der irgendwo zwischen klassischem Lyrikband und Comicheft einzuordnen ist. Versammelt sind in dem 112 Seiten umfassenden Buch Illustrationen, Balladen, Vierzeiler und Geschichten der vier Mitglieder der Aachener Musik-Trash-Kabarettgruppe Heinz im Sinn & the Geteiltdurchs.
Ein Band, der sich in jedem Bücherregal gut macht.
Und dort definitiv auffällt. 
Was tun, wenn Musiker „dank“ Corona nicht mehr gemeinsam proben geschweige denn Konzerte geben können? Das fragten sich auch die vier Mitglieder der Musik-Trash-Kabarettgruppe Heinz im Sinn & the Geteiltdurchs, die seit über zwanzig Jahren die Kleinkunstbühnen in und um Aachen aufmischt.
Still ruht der See – diese Feststellung beschreibt 2020 leider sehr trefflich die Situation vor allem im kulturellen Sektor. Was aber passiert, wenn in diesem lakonisch-melancholischen Satz aus dem kleinen ruht eine große Ruth wird, fragte sich Joachim Siemon-Croé, der Bassist und Gitarrist der Heinze, im Frühjahr in seinem coronabedingt downgelockten ostbelgischen Wohnzimmer. Und so entstand der launige Vierzeiler:

„Still, Ruth, der See!“
„Ja, was denn?“
„Na, er ruht still.“
„Ach nee.“

Das war der Startschuss zu einem Buch, das nun im GRAVUR Verlag erschienen ist. Still, Ruth, der See! ist eine Sammlung von komischen Gedichten und Liedtexten der Heinze, die in Michael Stetter einen bandinternen Illustrator fand. Der Schlagzeuger der Gruppe trug außer seinen Texten etliche Zeichnungen, Cartoons und Comics bei. Sie begleiten kunstvoll die lyrischen Miniaturen wie den titelgebenden Vierzeiler, die klassischen Sonette, wuchtigen Balladen und schrägen Persiflagen, die immer nur eins wollen: den Leser amüsieren.
Die Liedtexte aus 20 Jahren musikalischem Schaffen, die das Werk abrunden, mit Titeln wie Kandinsky Sünde sein?, Apokaliebste oder Wenn meine Lippen mich berühren genießen bei den Anhängern längst Kultstatus.
In den Gedichten, Petitessen und Songtexten in Still, Ruth, der See! entdecken aufmerksame Leserinnen und Leser Anklänge und Reminiszenzen sowohl an die Meister der Neuen Frankfurter Schule um Robert Gernhardt, F. K. Wächter oder F. W. Bernstein als auch die Nonsensprogramme der unvergessenen Insterburg & Co. Mit Mainstream-Comedy haben Heinz im Sinn & the Geteiltdurchs und auch dieses Werk allerdings nicht viel zu tun.
Übrigens ist es nicht nur der Inhalt, der besticht: Bei dem nun vorliegenden Buch handelt es sich um eine hochwertige bibliophile Ausgabe, in der auch handwerklich viel Liebe steckt.
Still, Ruth, der See! ist somit nicht nur ein Rein-, sondern auch ein echter Hingucker!
Erhältlich über den GRAVUR Verlag direkt (versandkostenfrei), im GRAVUR Concept Store, im ausgewählten Buch- und Einzelhandel sowie bestellbar über jeden Buchladen.
SEITEN
112
FORMAT
17 x 24 cm

EINBAND
Softcover / 4-seitiger Umschlag
BINDUNG
offene Fadenbindung
AUFLAGE
500
DRUCK
Kettler, Bönen (NRW)

ISBN
978-3-9822562-0-7
PREIS
30 Euro (inkl. Versand)
Die Autoren

1968 in Krefeld geboren und am Niederrhein aufgewachsen, verschlug es Michael Stetter in den 1970ern nach Aachen. Und da ging er nie wieder weg; mit Geduld und Humor kommt man halt nicht sehr weit. Zum Dichten kam er durch den Kommilitonen Gerhard Horriar, irgendwann in den 1990ern in einem Biergarten. Und dann ließ er davon nicht mehr die Finger. Beruflich tätig ist Herr Stetter im Bereich Deutsch als Fremdsprache. Mittlerweile ist er verheiratet und hat Kinder.

Joachim Siemon-Croé, geboren 1966 im nordhessischen Städtchen Ziegenhain, ist der Bassist und E-Gitarrist der Heinze. Nach Stationen in Heidelberg und Aachen kam er 2013 nach Ostbelgien, wo er mit seiner Frau und viel Vergnügen lebt. Über die Deutschrock-Band XRayed (Schwalmstadt) und die Melodic Punk Formation Ten Million Masturbating Nurses (Heidelberg) hat er sein musikalisches Zuhause in der komischen Kunst gefunden.

Geboren 1971 in Bad Godesberg und aufgewachsen in Trier, kam Mathias Wien Anfang der 1990er Jahre nach Aachen. Im heimeligen Theater 99 traf er dort auf Michael Stetter, der ihm eine Ballade zur Vertonung überließ. Seither ist er dabei und musiziert und komponiert, dass es eine Art hat, oder auch zwei. Herr Wien kennt den Unterschied zwischen Kondensator und Konsonant und lebt mit seiner Familie glücklich in Aachen. Im Brotberuf ist er Bildverarbeiter an der großen Hochschule der Stadt.

Gerhard Horriar erblickte das Licht der Welt noch unter der Ägide Konrad Adenauers, was ihm in den ersten Monaten seines Lebens nichts ausmachte. Als das Ausmachen dann anfing, wurde er in ein Internat in der Eifel deportiert, in dem franziskanische Minderbrüder dem begabten Faxenmacher selbige vergeblich auszutreiben suchten. Nach dem Abitur studierte er Getränkekarten in Saarbrücken und Köln, bevor er sich in Aachen niederließ. Seitdem erfreut er zumeist asiatische Studierende mit den Segnungen deutscher Wechselpräpositionen.